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Tag 4: Herkimer – Albany (oder: ich nehme dann den Telefonjoker…!)

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Oh boy! Ich muss mal mit meiner Wetter-App klären, was das Symbol “Wolke und 1 Tropfen“ zu bedeuten hat. Sicherlich nicht das, was ich am Tag 4 erlebt habe: ein 4 stündiger Wechsel aus normalem Regen, mittelschwerem Regen, heftigem Regen und sehr heftigem Regen. Mit “Genießen“ ist da heute nichts los – nur mit kurzen Pausen unter irgendwelchen Brücken, um schnell einen Überlebens-Müsliriegel zu inhalieren. Da die Fahrradbekleidung sehr dünn ist und auch die atmungsaktivste Regenjacke irgendwann innen genau so viel Wasser hat wie aussen, kühlt man schnell ab:

Ich verstehe mittlerweile auch die amerikanische Attitüde “I did Europe in 1 day“ – hier liegen die Städte “Rome“, “Frankfort“ und “Amsterdam“ an einer Straße! 😜

Meine ursprüngliche Idee in Amsterdam Mittag zu machen hatte ich unterwegs begraben, denn der Gedanke war für mich schwierig, mich VÖLLIG durchnässt zu setzen und den Gastraum zu überfluten. Aber es kam anders – ich brauchte etwas Warmes. Nach etwa 4 Stunden powern sah ich in Amsterdam an einem einfachen Imbiss mehrere Backpacker-Räder stehen und erkannte sofort die sich bietende Möglichkeit. Wo drei nasse Radler unterkommen, passt auch noch ein Vierter rein.

Sofort wurde ich an den Tisch gebeten und lernte Kendall, Don und Linda kennen. Jeder schlotterte und schaufelte Essen, aber es war heiter und von Don (rechtes Bild, mittig) bekam ich für das Fundsraising noch Geld zugesteckt – mit Paypal habe er es nicht so…

Es schien also ein ganz normaler Regentag zu sein, bei dem ich noch dazu wirklich dankbar war, dass ich so viel geteerte Wege hatte. Ein kurzer ungeteerter (sandiger) Abschnitt zeigte, wie unglaublich viel mühsamer das gewesen wäre.

Irgendwann, kurz vor Schenectady (das heißt wirklich so!) realisierte ich, dass sich die freundliche Stimme von Google-Maps schon länger nicht mehr gemeldet hatte und prüfte mein Handy. Aber das was ich dort unter der App fand, machte mich fassungslos, sprachlos und verwirrte mich: ich konnte nichts mehr lesen, denn aus nicht nachvollziehbaren Gründen hatte sich die Sprache von Google Maps verstellt und zwar auf eine asiatische! Dabei waren auch die Wegführung gelöscht, sowie alle Zwischenziele, die ich eingegeben hatte, um von google nicht wieder nur auf Haupt- bzw. Landstraßen geführt zu werden:

Mist, was mache ich denn nun? Auch wenn ich weiß, dass das ein beliebter Scherz ist die Sprachen zu verstellen, konnte ich wenig Freude und Verständnis aufbringen – vor allem musste ich selbst der Schuldige sein! Ich war ratlos.

Irgendwie macht sich bei mir schon länger der Verdacht breit, dass ich hier Jim Carrey bin und in der „Trueman-Show“ zur Belustigung aller vorgeführt werde bei dem, was mir hier so vor die Füsse fällt. Aber das jetzt auch noch? Und wie komme ich jetzt weiter, da ich nichts eingeben kann?

Die Lösung liegt im „Telefonjoker“ – und ich bin unendlich happy und dankbar, dass Dirk van den Berg erreichbar war und mir moralischen support gab – natürlich nach einem großen Anfangslacher…! Er wollte mich durch das Menü führen, um die Sprache zu verändern, aber, soviel weiß ich jetzt: Koreaner haben eine andere Menüführung und die Auswahlmöglichkeiten („jetzt nimmst du die 4.“) stimmen definitiv nicht mit der deutschen Menüführung überein. Nach einigem Überlegen und Probieren klappte es. Dirk, you made my day! 😂 👍 👏👏

Der Rest des Weges war zwar deutlich länger als ursprünglich geplant, aber es war gut Umwege gefahren zu sein, um die Hauptstraßen zu vermeiden. Dabei traf ich einen biker, der mich über 15 km angespornt hat, auch er total nett, hat mein T-Shirt fotografiert und will den paypal-link in seinem social media account streuen. Nun denn – ich hoffe es klappt!

Zu guter Letzt zeigt jetzt mein vorderer Kettenwerfer Schwächen, da er total verdreckt ist. Ich kann es ihm nicht verübeln, denn das war in den letzten Tagen ein “heavy ride“ zuerst durch jede Menge Staub und Sand und dann Matsch und Regen. Da ich nicht auf diese Schaltung eingestellt bin (mein anderes Rad hat/hatte eine gekoppelte Nabenschaltung) muss ich heute zum Fahrradladen und hoffe, einen schnellen Termin zu bekommen. Mit der Tour nach Kingston wird das per Fahrrad also nichts – und ehrlich: das ist mir auch Recht so – ein Tag Ruhe (oder zumindest nicht treten – irgendwas erlebe ich bestimmt, was total absurd ist). Irgendwie werde ich schon einen Zug finden, in dem ich mit dem Fahrrad mitgenommen werde – das könnte doch schon der erste Ansatz für Spiel, Spass und Spannung sein…!

Zum Schluß habe ich mich mit dem Präsidenten des RC Albany, George Hauenstein, zum Abendessen getroffen. Es war ein sehr vergnügliches Abendessen im Freien und natürlich gab es auch einen Wimpelaustausch, wenngleich der Austausch einseitig war: der RC Albany hat ein neues Lager und auf die Schnelle wurde der Wimpel nicht gefunden. Auch das ist das Leben!

4 Responses
  1. Tine Hock

    Danke an den Telefonjoker, Dirk!
    Thanks to Kendall, Don and Linda for inviting my husband to their table.

    Das mit Jim Carrey kommt mir auch immer wahrscheinlicher vor. Du erlebst wirklich täglich 5 große Schrecken.

    Nur noch 10 Tage, dann fliegst Du wieder ins sichere München!

  2. Lotte

    Hallo Thomas,
    langsam habe ich echt Mitleid mit Dir!!!
    Aber: wer außer Dir könnte so eine (selbstgewählte Tor-)Tour schaffen?
    Kopf hoch – wir sind bei Dir –
    wünsche Dir ab jetzt nur noch schönes Wetter

  3. Da hab ich doch ins Schwarze getroffen mit meiner Beschreibung des “fearless bicyclist” auf seinem Weg nach NYC!
    Auf besseres Wetter und weiterhin gut gelaunte Gesellschaft!

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